Das Obertonspektrum unserer Instrumente, Soundoptimierung...

 

 

 

eine Nyckelharpa hat wie jedes andere Instrument einen oder mehrere Formanten. Zu diesem seltenen Instrument existiert keine Literatur die so etwas abbildet. Über dieses Spektrum wird in Bezug auf die Nyckelharpa aber oft gesprochen. Wie sieht so etwas aus?


"Die Nyckelharpa hat Obertöne" ... und die bestimmen den Klang. 

 

Die typische Ausformung des Formants erzeugt letztlich den typischen Klang einer Trompete, einer Querflöte, einer Blockflöte etc. und auch der Nyckelharpa. Es ist sogar so, dass zwei genau gleich gebaute Instrumente immer leicht unterschiedliche Spektren haben und darüber zu identifizieren sind. Ein "stimmlicher Fingerabdruck" sozusagen - wenigstens solange Naturstoffe zum Bau der Instrumente Verwendung finden.

Seit dem Baubeginn von Nyckelharpor vor 12 Jahren haben wir die Spektren von jedem Instrument im Bau und im fertigen Zustand in einem speziellen Messplatz aufgezeichnet. Manchmal geschieht dies sogar nur mit einzelnen Teilen, um sie klanglich abzustimmen.

Ein spezieller Meßplatz. Die Abnahme erfolgt kontaktlos teils direkt auf der Oberfläche des Instruments, teils davon entfernt, denn jeder Quadratzentimeter der Oberfläche am Instrument sendet ein eigenes Klang-Spektrum aus. Da der Zuhörer sein Ohr auch nicht direkt am Instrument hat, interessiert uns das "Wirk-Spektrum", welches am Ohr tatsächlich ankommt besonders. Die Sound-Dosisleistung sozusagen, die in unserem Ohr Arbeit verrichtet. Ausgeschlossen werden allerdings Rückkopplungen aus dem Raum. Dennoch gehört aber zu einem Ton auch , dass er sich außerhalb des Instrumentes entwickeln und entfalten kann, seinen Hall aufnimmt. Nicht in jedem Raum klingt ein Instrument gleich. Der Geiger mit dem Ohr an der Geige hat sich daran gewöhnt, hört aber eigentlich den "schlechtesten" Ton seines Instrumentes. Richtig "Rund" und "Schön" wird der Klang einer Geige erst in 2-4 Metern Abstand (und dem richtigen Raum darum herum). Dies betrifft auch ganz besonders die Nyckelharpa. Je länger man ein Instrument spielt, desto mehr gewöhnt sich das Gehör an diesen Effekt und gleicht ihn automatisch aus. Das Instrument klingt für den Spieler mit der Zeit immer "schöner".

Unten ist eine Abbildung der viel zitierten Obertöne zu finden. Angespielt wurde die leere c'-Saite, sie liefert den Grundton bei 261 Hz, der erste breite Peak (die Resonanzsaiten sind eingebaut). Die nachfolgenden Obertöne schwingen auf anderen Frequenzen und mischen sich dem Grundton (1. Harmonische) bei. Es sind meistens vielfache des Grundtons, die bekannten "Harmonischen". Dadurch entsteht erst der typische "sound" der von uns gebauten Nyckelharpa und hat seine Ursache in jedem Detail der Konstruktion. Die letzten schmalen Peaks liegen etwa bei 12000 Hz. Frequenzen darüber wurden ausgeblendet, damit es übersichtlich bleibt. Das Spektrum reicht aber bis über 20000 Hz.
Wie schon oben erwähnt, handelt es sich bei den verwendeten Materialien der Instrumente um Naturprodukte. Ein gemessenes Spektrum wird also niemals exakt bei einem anderen Instrument wieder zu finden sein.

Die unterschiedlichen Kurven resultieren aus kontinuierlichen Veränderungen am Instrument und zeigen bei unterschiedlichen Frequenzen deutliche Änderungen im Kurvenverlauf und im gehörten Klang.

 

Obertonspektrum Nyckelharpa
Obertonspektrum unserer Nyckelharpa, Harmonische

 

 

Ebenfalls im Bereich 200 - 12000 Hz: Der Vergleich des Oberton-Spektrums einer Klangplatte mit der Frequenz von 522 Hz sieht sehr übersichtlich aus. Ein Extrembeispiel für die Klangfarbe...

 

Obertonspektrum Klangplatte
Obertonspektrum einer Klangplatte mit 522 Hz.